Happy-End statt Tragödie

Gestern der Held des Tages: Markus Hofene

Wie schmal der Grat zwischen einem Happy-End und einer handfesten Tragödie sein kann, erlebten gestern die Spieler unserer Zweiten und des SC Sendenhorst. Unsere Zweite setzte sich in einem bis zur Schlußpointe hart umkämpften Duell knapp mit 4,5:3,5 durch.

Das wieder einmal zahlreich erschienene Publikum in der Denk-Bar wusste quasi bis zum spektakulärem Finale nicht, ob da gerade eine Komödie oder doch eher eine herzergreifende Tragödie gegeben wurde. Die Voraussetzungen waren für unsere Mannschaft zunächst einmal nicht schlecht gewesen. Mussten die Gäste aus Sendenhorst doch auf ihre beiden etatmäßigen Spitzenbretter verzichten - ganz sicher eine veritable Schwächung.

Im ersten Akt des Stücks verbreitete vor allem Christian Hanewinkel eine heitere Stimmung für die Beelener. Christian vertrat den verhinderten Dominik Fuisting am Spitzenbrett gut und überspielte seinen Gegner Stefan Janz unerwartet schnell. Von dieser frühen Führung sollte die Mannschaft zwar lange zehren, doch nicht lange genug - so schien es wenigstens zwischendurch.

Zähe und abwartende Positionsduelle kennzeichneten den zweiten Akt der Vorstellung. In den nächsten fünf Partien einigten sich die Akteure am Ende jeweils friedlich, ohne dass es zu wirklich großen Kampfhandlungen gekommen wäre. Froh waren die Beelener zumindest über die halben Zähler bei Thomas Wältermann (spielte gestern seinen 300. Mannschaftkampf für uns) und Franz Leismann, die sich doch in einigen Schwierigkeiten befanden. Die Gegner versäumten es hier aber, entschiedener nachzusetzen. Dagegen hatten sich Thomas Bleier und Fabian Grothues durchaus chancenreiche Positionen erspielt, in denen sie aber keine wirklichen Gewinnpläne entwickeln konnten. Am 2. Brett hatten Werner Hofene und sein Kontrahent jeweils ihr ganzes Angriffspotential aufgefahren. Bevor das Gemetzel dann aber so richtig losgehen konnte, erfolgte der Friedensschluß.

3,5:2,5 für Beelen also nach etwa dreieinhalb Stunden. Ob das nun für einen heiter-beschwingten Schlußakt reichen würde, mussten die beiden letzten Partien von Rudolf Radinger und Markus Hofene zeigen. Und in diesen beiden Partien gewannen nach und nach die tragischen Elemente die Oberhand. Rudolf Radinger mühte sich nach Kräften, die löchrige Stellung am Königsflügel zusammen zu halten, doch als sich dann ein gegnerischer Läufer in unmittelbarer Nähe seines Königs einnisten konnte, war das Unheil nicht mehr aufzuhalten.

Damit hatten die Gäste ausgeglichen, und zum Schrecken der Beelener Fans rutschte auch Markus Hofene die Partie mehr und mehr aus der Hand. Für einen leider nur vermeintlichen Damengewinn hatte Markus inzwischen eine Figur geopfert. Auf der Positivseite hatte Markus die deutlich aktiveren Figuren (ein gegnerischer Turm stand noch tatenlos in der Ecke auf a1 rum) und die schon sehr knappe Bedenkzeit seines Gegners zu bieten. Um seinen Angriff am Leben zu halten, opferte Markus kurzerhand noch eine zweite Figur, doch es schien alles nichts zu helfen. Kurz vor dem Ziel schien Markus Angriff der Sprit auszugehen, und der Gegner setzte zum entscheidenden Gegenangriff an. Und dann aus dem Nichts die wundersame Rettung: das vermeintlich entscheidende Turmschach erwies sich als entscheidender Fehler. Markus konnte einen kompletten Turm zurückerobern, und ein völlig konsternierter Gegner gab die Partie auf.

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